Umgang mit Corona im Betrieb: 2G oder 3G?
Allgemein

Welche aktuellen Corona-Verordnungen bestehen zurzeit in Ihrem Bundesland? Wo ist der Zugang ausschließlich Genesenen und Getesteten erlaubt? Und was kann man sich unter diesen 2G-Optionsmodellen oder dem 2G-Plus-Modell eigentlich vorstellen? Ständig variieren die Inzidenzen und mit ihnen die Regelungen und Einschränkungen für einen selbst. Und dann macht es auch noch jedes Bundesland anders. Entsprechend schwer ist es, den Überblick zu behalten und immer informiert zu bleiben.

Vor allem ungeimpfte Personen sollten die wechselnden Einschränkungen jedoch im Blick behalten. Das gilt sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Unabhängig davon müssen Sie sich, insbesondere als Betrieb im Umgang mit Corona, der aktuellen Regelungen bewusst sein und danach handeln, um sich und Ihre Mitarbeiter nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen. Was das bedeutet und welche Optionen sich Ihnen bieten, möchten wir hier ebenso erläutern, wie die Bedeutung der unterschiedlichen Modelle.

Welche Modelle gibt es?

Die 3G-Regel ist mittlerweile wohl jedem geläufig.

Die drei G’s stehen für:

  • geimpft
  • genesen
  • getestet

Sie schränken den Besuch vieler Einrichtungen oder Veranstaltungen insofern ein, dass eine Bescheinigung über eines der drei G’s vorliegen muss. Hinzu kommt, dass das 3G-Modell seit dem 11.Oktober eine finanzielle Belastung für alle Ungeimpften darstellt, da seitdem die Corona-Bürgertests kostenpflichtig sind.

Auch machen sich immer mehr Alternativen oder Sonderregelungen bemerkbar. So ist es den Bundesländern grundsätzlich erlaubt, die 3G-Regel in Landkreisen mit einem niedrigen Infektionsgeschehen sogar teilweise auszusetzen. Bei der 2G-Regel erhalten nur noch geimpfte und genesene Personen Zugang zu bestimmten Einrichtungen. Die Bundesländer können selbst entscheiden, ob sie diese Regelung unterstützen möchten.

Haben sie sich dafür ausgesprochen, wie es Hamburg als erstes Bundesland getan hat, so bedeutet das für einige Betreiber, wie beispielsweise Gastronomen oder Veranstalter, dass sie selbst die Entscheidung treffen dürfen. Entweder ist Besuchern, entsprechend der 3G-Regelung, ein Zutritt erlaubt und die Coronavorschriften, wie Abstandsregelungen und Maskenpflicht, bleiben bestehen. Oder sie gewähren ausschließlich Geimpften und Genesenen den Eintritt und die Coronavorschriften entfallen.

Eine weitere Abwandlung der Regel ist beispielsweise das Modell Baden-Württembergs. Hier wird durch ein Warnsystem die Hospitalisierungsinzidenz im Auge behalten. Im Notfall die 2G-Regelung in Kraft tritt. Ähnlich handhabt es die 2G-Plus-Regel, bei der es bei steigenden Zahlen zu Einschränkungen für Ungeimpfte kommt. Schließlich gibt es auch noch die verschärfte 3G-Regel, bei der der Einlass in Nachtclubs ausschließlich Genesenen, Geimpften und Personen, die sich mit einem PCR-Test haben testen lassen, erlaubt ist.

Corona im Betrieb: 2G oder 3G?

Vor allem die 2G-Regel trifft auf viel Gegenwind, denn sie erschwert allen Ungeimpften die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben um ein Vielfaches.

„Sind Sie eigentlich geimpft?“ – 3G-Regel im Betrieb

Wie läuft dies aber nun bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern ab? Wie können Sie als Betrieb einen vorbildlichen Umgang mit Corona gewährleisten? Sollte ein ungeimpfter Mitarbeiter ebenfalls vor jedem Arbeitsantritt nach einem Nachweis für eines der drei G’s gefragt werden? Nein, dies ist grundsätzlich erst einmal nicht möglich, seit Kurzem aber für bestimmte Einrichtungen und Berufsgruppen per neuer Verordnung erlaubt. So besagt das Gesetz, dass in diesen Bereichen der Arbeitgeber nach dem Impfstatus, beziehungsweise einem Genesenen-Zertifikat, fragen darf und darauffolgend eine Entscheidung über das Beschäftigungsverhältnis fällen kann. Diese Verordnung gilt beispielsweise für diverse Gemeinschaftseinrichtungen, Pflegeeinrichtungen oder Tätigkeiten, in denen Krankheitserreger über das Blut übertragen werden könnten.

Die Debatte um die Impflicht für bestimmte Berufsgruppen

Bereits Anfang des Jahres forderte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den Deutschen Ethikrat dazu auf, Stellung zu einer allgemeinen Impfpflicht für Pflegekräfte zu beziehen. Zu besagter Impfpflicht ist es nicht gekommen. Sowohl Gesundheitsminister Spahn als auch Bundeskanzlerin Merkel sprachen sich vehement dagegen aus. Die Debatte ist und bleibt jedoch aktuell: So haben mittlerweile Italien, Griechenland und Frankreich eine Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal ausgesprochen.

Die zuvor erwähnte Klausel, die Arbeitgebern verschiedener Berufsgruppen erlaubt, sich nach dem Impfstatus ihrer Mitarbeiter zu erkundigen, erweckt zwar den Eindruck eines Schrittes hin zur Impfpflicht. Doch nach dem Stand vom 11.10.21 gilt weiterhin keine Impfpflicht, auch nicht für Gesundheitsfachpersonal. Dass sich die Befürworter der Impfpflicht jedoch auch andere Wege suchen, um zumindest verschärfte Regeln oder eine indirekte Impfpflicht am Arbeitsplatz zu veranlassen, ist unzweifelhaft.

Bei der gesamten Impfdebatte sollten die Zahlen jedoch nicht außer Acht gelassen werden. So wurde in einer Studie, die vom 28.06.2021 bis 26.07.2021 Daten erhob, herausgefunden, dass vom daran teilnehmenden Krankenhauspersonal 5% ungeimpft waren. Was die Arbeitgeber mit diesem Wissen machen, ob sie das ungeimpfte Personal zu häufigerem Testen anweisen oder nicht in Bereichen arbeiten lassen, in denen besonderes Expositionsrisiko besteht oder sich äußert vulnerable Patienten befinden, bleibt ihnen überlassen.

Corona im Betrieb: Was können und müssen die Betriebe tun?

Arbeitsschutz sollte sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer an erster Stelle stehen. Was also können Sie als Betriebsleitung tun, um Ihren Arbeitnehmern Sicherheit zu bieten und deren Gesundheit bestmöglich zu schützen? Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet eine ausführliche Antwort auf genau diese Frage:

Auch weiterhin müssen Sie Ihren in Präsenz arbeitenden Mitarbeitern zweimal pro Woche Antigen-Schnelltests oder Selbsttests zur Verfügung stellen, wobei es Ausnahmeregelungen für geimpfte und genesene Mitarbeiter gibt. Die Betriebsleitung muss aufgrund einer Gefährdungsbeurteilung und unter Beachtung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und der Praxishilfen der Unfallversicherungsträger für spezifische Branchen entweder ein Hygienekonzept erstellen oder anpassen und dieses ihren Arbeitnehmern zugänglich machen.

Ebenso muss die Maskenpflicht bestehen bleiben, sofern andere Hygienemaßen nicht dafür Sorge tragen, dass diese Vorkehrung nicht mehr vonnöten ist. Homeoffice soll ebenfalls weiterhin als möglicher Bestandteil des Hygienekonzeptes erwogen werden. In den Arbeitsräumen soll die Nutzung der Räume von mehreren Personen so gut es geht reduziert werden und der Infektionsschutz auch in der Pause gewährleistet bleiben. Letztlich, und hier handelt es sich um eine neue Regelung, sollen Sie als Arbeitgeber informativ zur Impfbereitschaft Ihrer Arbeitnehmer beitragen.

Corona im Betrieb: 2G oder 3G?

Der technische Fortschritt ermöglicht uns bereits vieles und hat in Zeiten Coronas noch einmal gezeigt, was möglich ist. Vor allem das Lernen und Arbeiten von Zuhause aus hat bei der Bekämpfung der Virusverbreitung große Dienste geleistet und dadurch nicht nur den Betrieben den Umgang mit Corona erleichtert.

Wie wäre es mit einem Webinar?

Wenn Sie als Arbeitgeber vor allem in Zeiten von Corona gerne mehr über Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz erfahren oder ihr bisheriges Wissen gerne vertiefen möchten, sind Sie beim Büro für Arbeit & Umwelt genau richtig. Als offizieller BGW-Kooperationspartner bieten wir Mitgliedsbetrieben der BGW Unternehmerschulungen im Rahmen der alternativen bedarfsorientierten Betreuung an. Unternehmer von Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeitern können damit den Arbeitsschutz selbst in die Hand nehmen. Unsere Erst- und Folgeschulungen decken die wichtigsten Aspekte des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes ab und beschäftigen sich auch mit Sicherheitsmaßnahmen im Zuge der fortwährenden Coronapandemie. Unsere Seminare finden wahlweise als Präsenzveranstaltungen oder auch in Form von Webinaren statt. So können Seminare durchgeführt werden, die feste Zeiten haben und den Teilnehmern die Möglichkeit zur Interaktion bieten. Als offizieller BGW-Kooperationspartner bieten wir allen BGW-Mitgliedsbetrieben die Teilnahme an. Und hierbei spielt die 2G – oder 3G-Regelung absolut keine Rolle!

 

Bitte beachten Sie: Die hier getätigten Aussagen entsprechen dem Stand vom 25. Oktober 2021. Wir bemühen uns, die vermittelten Informationen stets auf dem neuesten Stand zu halten. Da sich bei den Arbeitsschutzstandards vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie derzeit jedoch stetig neue Änderungen und Anpassungen geltender Schutzverordnungen ergeben, könnte es sein, dass die ein oder andere Aussage inzwischen durch aktuelle Vorgaben überholt ist. Informieren Sie sich deshalb im Zweifelsfall zusätzlich noch einmal direkt bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtpflege.“