Therapeutische Praxen und Alternativbetreuung

Therapeutische Praxen und Alternativbetreuung

In Heil- und Medizinberufen ist die Berufsbezeichnung des Therapeuten sehr geläufig. So ist unter anderem von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Massagetherapeuten die Rede. Aber auch Personen, die sich nicht der Linderung körperlicher Beschwerden verschrieben haben, werden als Therapeuten bezeichnet. Psychotherapeuten, Paartherapeuten und Lerntherapeuten sind nur einige wenige Beispiele.

Da die einzelnen Tätigkeiten je nach Beruf teils stark variieren, ergeben sich auch sehr unterschiedliche Gefahrenquellen, mit denen die Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz konfrontiert werden können. Nichtsdestotrotz sollten die Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht zu kurz kommen.

Neben dem klassischen Modell der Regelbetreuung haben Arbeitgeber hier die Möglichkeit, das Angebot einer alternativen bedarfsorientierten Betreuung wahrzunehmen, was sich insbesondere im Bereich therapeutische Praxen mit ihren oft nur wenigen Mitarbeitern anbietet.

Elektrisch höhenverstellbare Therapieliegen sind zwar aus ergonomischer Sicht äußerst wertvoll, können aber auch Gefahrenquellen bergen.

Elektrisch höhenverstellbare Therapieliegen sind zwar aus ergonomischer Sicht äußerst wertvoll, können aber auch Gefahrenquellen bergen.

Therapeutische Praxen und ihre Arbeitsbereiche

Therapeutische Praxen setzen sich in der Regel aus verschiedenen Arbeitsbereichen zusammen. Neben den Behandlungsräumen, die das Kernstück einer Praxis darstellen, darf man auch Wartebereich, Empfangstresen und Geräte- bzw. Abstellraum nicht außer Acht lassen. Je nach Arbeitsbereich treffen die Angestellten auf unterschiedliche Gefährdungen.

Im Behandlungszimmer stehen diese in unmittelbarem Zusammenhang zur veranlassten Therapie. So greifen Therapeuten und Therapeutinnen zur Linderung der Beschwerden ihrer Patienten nicht selten auf den Einsatz von Medizin- und Kosmetikprodukten zurück, beispielsweise auf schmerzlindernde Massageöle.

Diese enthalten mitunter Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe, die bei häufiger Anwendung Hautirritationen hervorrufen können. Auch die Behandlungsliege muss als Risikofaktor eingestuft werden, insbesondere wenn es sich dabei um ein elektrisch höhenverstellbares Modell handelt. Das bietet dem behandelnden Therapeuten zwar den Vorteil, dass er die Therapieliege individuell an seine Körpergröße anpassen kann, was ergonomisches, komfortables Arbeiten ermöglicht.

Gleichzeitig muss jedoch sichergestellt sein, dass die Liege über Sicherheitseinrichtungen verfügt, die Quetsch- und Schnittgefahren ausschließen.

Die Ergonomie spielt auch im Empfangsbereich eine große Rolle.

Die Vorschriften, die generell für Bildschirmarbeitsplätze gelten, haben auch im Bereich therapeutische Praxen Gültigkeit, wenn Arbeit am Computer anfällt. Hier sollten Arbeitgeber unter anderem auf eine ausreichend große Arbeitsfläche, einen ergonomisch geformten Drehstuhl und bestenfalls einen höhenverstellbaren Schreibtisch achten.

Auch Stehhilfen werden in therapeutischen Praxen oft dankend von dem behandelnden Personal angenommen.

Im Bereich der Abstellräume sollte der Fokus schließlich auf den Reinigungs- und Desinfektionsmitteln liegen, die bei der Säuberung der Praxisräume zum Einsatz kommen. Diese sind teils so aggressiv, dass sie bei Hautkontakt oder Einatmen zu Sensibilisierungen, Reizungen oder gar Verätzungen führen.

Nicht umsonst zählen einige Reinigungsmittel zu den Gefahrstoffen, deren Umgang spezifische Sicherheitsvorkehrungen erfordert. So ist es wichtig, dass Mitarbeiter bei Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten immer die dafür vorgesehenen Haushaltshandschuhe tragen, um die empfindliche Haut bestmöglich zu schützen.

Ermitteln Sie anhand einer Gefährdungsbeurteilung, ob die Bereitstellung einer PSA in Ihrem Betrieb notwendig ist, um das Personal optimal zu schützen.

Ermitteln Sie anhand einer Gefährdungsbeurteilung, ob die Bereitstellung einer PSA in Ihrem Betrieb notwendig ist, um das Personal optimal zu schützen.

Gefährdungsbeurteilung ist Pflicht

Grundlage für die Ermittlung der betriebsinternen potenziellen Gefahrenquellen stellt die Gefährdungsbeurteilung dar. Anhand der Ergebnisse können Sie Arbeitsschutzmaßnahmen ableiten, die Gesundheit und Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter zum Ziel haben. Orientieren Sie sich dabei stets am T-O-P-Prinzip.

Dabei haben technische Schutzmaßnahmen immer Vorrang vor organisatorischen. Nur wenn die Gefahr auf diese Weise nicht eliminiert oder zumindest minimiert werden kann, ist das Ergreifen persönlicher Schutzmaßnahmen erforderlich. Diese umfassen beispielsweise das Bereitstellen einer geeigneten Persönlichen Schutzsausrüstung (PSA). Im Bereich therapeutische Praxen beschränkt sich diese in der Regel auf Schutzhandschuhe.

Regelbetreuung oder Alternativbetreuung?

Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich mit dem betrieblichen Arbeitsschutz auseinanderzusetzen und alle damit verbundenen Aufgaben zu realisieren. Hier stehen Ihnen zwei Alternativen zur Auswahl. Bei der klassischen Regelbetreuung nehmen Sie die Hilfe einer externen Fachkraft für Arbeitssicherheit in Anspruch.

Diese kommt einmal jährlich in Ihren Betrieb, um Sie umfassend über die Unfallverhütungsvorschriften zu beraten. Kleinere Unternehmen mit maximal 50 Mitarbeitern haben zudem die Möglichkeit, den Arbeitsschutz selbst in die Hand zu nehmen. In diesem Fall spricht man auch von einer alternativen bedarfsorientierten Betreuung oder kurz Alternativbetreuung.

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